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Einige grundsätzliche Überlegungen
Pfeifenorgel oder Digitalorgel? Wirtschaftliche Aspekte Akzeptanz bei Organisten, Kirche und Bevölkerung Anwendungsmöglichkeiten Unsere Meinung .....
Pfeifenorgel oder Digitalorgel?
Diese Frage beschäftigt Organisten und kirchliche Institutionen schon seit Jahrzehnten. Waren elektronische Instrumente anfangs nur in der Unterhaltungsmusik gefragt, kam man irgendwann auf die Idee, den orgelähnlichen Klang künstlich erzeugter Töne dazu zu verwenden, Orgelersatzinstrumente zu entwickeln, welche lange Jahre hindurch auch tatsächlich im liturgischen Bereich eingesetzt wurden. So richtig durchsetzen konnten sich diese Instrumente allerdings nie, ein synthetisch erzeugter Ton konnte niemals die Schönheit des Klanges einer Orgelpfeife erreichen.
Einen wesentlichen Umschwung brachte die Technologie, welche seit etwa 20 Jahren zunehmend bei elektronischen Instrumenten Verwendung findet, die so genannte Samplingtechnologie. Hierbei werden die Klänge nicht mehr durch Tongeneratoren erzeugt, sondern es werden die Töne echter Instrumente – im Bereich der Orgel der Orgelpfeifen - aufgezeichnet und digitalisiert. Drückt ein Organist auf die Taste einer Digitalorgel hört man den Ton einer wirklichen Orgelpfeife samt dem typischen Anblasgeräusch, welches man bei künstlich erzeugten Orgeltönen immer so schmerzlich vermisst hatte. Auch diese Technik wurde ständig weiterentwickelt und hat heute ein Niveau erreicht, bei dem es jedem Zuhörer schon sehr schwer fällt zu erkennen, ob eine echte Pfeifenorgel oder ihr digitales Gegenstück zu hören ist.
Wirtschaftliche Aspekte
Die Anschaffung einer Pfeifenorgel ist für viele Pfarren ein fast unlösbares Problem. Durch die immensen Material- und Arbeitskosten, die beim Bau einer Pfeifenorgel anfallen, haben sich die Preise dieser Instrumente in eine Region hochgeschraubt, welche ein jahrelanges Sammeln und Spenden der Pfarrbevölkerung zur schmerzlichen Pflicht werden lässt. Viele andere wichtige Anschaffungen können nicht getätigt werden, da jeder eingenommene Euro dem Orgelbudget zufließen muss. Die Zahl der Kirchenbesucher geht ständig zurück, viele Pfarreien haben keinen eigenen Pfarrer mehr. Auch die finanzielle Situation der Diözesen ist häufig schon sehr angespannt, sodass deren Zuschüsse für den Bau einer Orgel häufig nur mehr symbolischen Charakter haben. Hinzu kommen noch die nicht zu vernachlässigenden Wartungskosten, welche durch Stimmungen und Behebung mechanische Probleme anfallen.
Eine Digitalorgel kostet nur einen kleinen Bruchteil einer Pfeifenorgel. Freilich sollte bei der Anschaffung, bei der man ohnehin schon große Summen einspart, nicht auch noch bei der Wahl eines für den Raum geeigneten Instrumentes und bei der Verstärker- und Lautsprecheranlage gespart werden. Hier wurden und werden auch heute noch durch unprofessionelle Installationen große Fehler begangen, welche dazu führen, dass der Klang eines an sich guten Instrumentes kümmerlich und künstlich klingt. Die Auswahl eines für den Anwendungszweck geeigneten Modells und die richtige Dimensionierung der Abstrahlanlagen sind für die langjährige Zufriedenheit mit dem Instrument von größter Bedeutung.
Akzeptanz bei Organisten, Kirche und Bevölkerung
Dieses Thema ist derzeit noch ein sehr zwiespältiges und besonders unter den Organisten ein sehr heißes. Einerseits gibt es Organisten (auch bekannte Konzertorganisten), die keinerlei Berührungsängste zu digitalen Instrumenten haben, oft sogar selbst eine als private Übungsorgel besitzen und auch der Meinung sind, dass die vielfältigen Möglichkeiten, die diese Instrumente bieten, auch in Kirche und Konzerthaus genutzt werden sollten. Auf der anderen Seite gibt es die "Fundamentalisten", die nicht müde werden, alles an diesen Instrumenten schlechtzureden und abwertende Begriffe wie "Elektronium" - eine Wortschöpfung, auf die sie besonders stolz sind - oder "billiges Imitat" verwenden. Diese fürchten die Akzeptanz durch die Bevölkerung wie der Teufel das Weihwasser – nicht zuletzt auch deswegen, weil sich viele dieser Organisten als "Sachverständige" betätigen und Gefahr laufen, ihr - nicht immer ganz uneigennütziges - Betätigungsfeld zu verlieren.
Da in zuständigen kirchlichen Instanzen fast ausschließlich Gegner des technischen Fortschritts sitzen, verhält sich die Kirche selbst trotz der bereits angesprochenen wirtschaftlichen Gesichtspunkte immer noch sehr ablehnend. Da werden die mehr als 40 Jahre alten Konzilstexte, in denen der Pfeifenorgel ein Absatz gewidmet ist, bemüht, ohne zu bedenken, welche Alternativen es zu dieser Zeit im Vergleich zu heute gab. Außerdem werden in anderen, sehr katholischen Ländern wie z.B. Italien, ja sogar im Vatikan, schon sehr viele Digitalorgeln auch in sehr großen Kirchen zur vollsten Zufriedenheit Aller verwendet.
Die Pfarrbevölkerung hat in der Regel keine Möglichkeit, sich eine objektive Meinung zu diesem Thema zu bilden. Da die Bevölkerung aber der zahlende Teil bei der Anschaffung eines Instrumentes ist, sollte man ihr auch die Möglichkeit geben, durch Exkursionen zu gut installierten Digitalorgeln sich selbst ein Bild vom heutigen Stand der Technik und den klanglichen Vorzügen zu machen. Gerade das wird ihr aber meist durch frühzeitige Stimmungsmache gegen diese Instrumente verwehrt.
Anwendungsmöglichkeiten
Digitale Orgeln werden heute in vielen Konzerthäusern verwendet, auch wenn eine Pfeifenorgel vorhanden ist, die den Anforderungen bei vielen Aufführungen aufgrund ihres Alters oder des schlechten Wartungszustandes nicht mehr gewachsen ist.
Im kirchlichen Bereich sind Digitalorgeln in vielen Ländern schon weit verbreitet, infolge des vergleichsweise sehr günstigen Anschaffungspreises kann sich eine kleine Landkirche eine "Domorgel" mit drei Manualen und 50 oder mehr Registern leisten. Ist bereits eine Pfeifenorgel vorhanden, die wegen ihrer historischen Bedeutung nicht verändert werden darf, aber für den täglichen Gebrauch nicht sehr geeignet oder der Zustand zu schlecht ist, bietet sich ebenfalls die Digitalorgel als Zusatzinstrument an, auf der dann jede Art von Literatur gespielt werden kann. Wichtig ist, wie bereits angeführt, immer die professionelle Installation. Auch das bei vielen Instrumenten mögliche Intonieren der einzelnen Register ist für die Klangschönheit des Instrumentes genauso bedeutend wie das Intonieren der Pfeifen durch den Orgelbauer.
Eine weitere, sehr wertvolle Möglichkeit ist der Einsatz als Unterrichts- und Übungsinstrument. So brauchen Orgellehrer nicht in einer kalten Kirche ihren Orgelunterricht abhalten, sondern können im beheizten Unterrichtsraum wesentlich angenehmer und ohne gesundheitliche Gefährdung ihrer Tätigkeit nachgehen. Auch das Wort "Beheizung" treibt normalerweise jedem Organisten die Angstperlen auf die Stirn. Während eine Pfeifenorgel unter ständigem Temperaturwechsel sehr zu leiden hat, jedenfalls häufige Nachstimmungen notwendig sind, ist eine Digitalorgel in dieser Hinsicht völlig unempfindlich. Auch die akustischen Mängel, die ein normaler Unterrichts- oder Wohnraum aufweist, ist für die Digitalorgel kein Problem. Mit wenigen Einstellungen kann durch Beimischung von künstlichem Hall die Akustik virtuell so verändert werden, dass der Eindruck entsteht, man säße in einer großen Kirche. Dadurch eignet sich die Digitalorgel auch hervorragend aus Hausorgel . Die Möglichkeit der Verwendung von Kopfhörern eröffnet fleißigen Organisten das Üben zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Unsere Meinung .....
Nur durch die Tatsache, dass wir digitale Kirchenorgeln verkaufen, sind wir keinesfalls Gegner von Pfeifenorgeln! Wir schätzen den Wert einer schönen Pfeifenorgel als sehr hoch ein, und es ist sicher nicht unser Ziel, überall zu versuchen, den Bau oder die Erneuerung einer solchen Orgel zu verhindern. Wir wollen nichts anderes als aufzeigen, dass es Fälle gibt, in denen die Digitalorgel einfach die bessere Alternative ist. Und in diesen Fällen sollte es den Herstellern und Händlern von Digitalorgeln möglich sein, ihre Produkte zu präsentieren und in eine sachliche Diskussion mit den zuständigen Personen eintreten zu können. Die Tatsache, dass es heute auch schon renommierte Orgelbauer gibt, die mit Herstellern von Digitalorgeln zusammenarbeiten und so genannte Kombinationsorgeln bauen, die aus einem Grundstock aus Pfeifenregistern und einer digitalen Erweiterung bestehen, lässt erwarten, dass die Qualität der heute angebotenen Produkte eines Tages breite Anerkennung finden wird.
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